Dinkelsbühl muss sich entwickeln dürfen

Dinkelsbühl als länderübergreifendes und somit überregionales Zentrum

Vor ca. 20 Jahren ist Dinkelsbühl im Landesentwicklungsplan als besonders zu entwickelndes Mittelzentrum eingestuft worden. Dies bedeutet, der Stadt wird eine Versorgungsfunktion und -aufgabe weit über die Stadtgrenzen hinaus zugeschrieben. Davon sind nicht nur Dienstleistung und Einzelhandel umfasst, sondern darüber hinaus zahlreiche weitere Bereiche, welche unser Leben prägen. Besondere Bedeutung nehmen dabei zum einen Arbeitsplatzentwicklung, Behörden- und Verkehrsinfrastruktur auf Straße und Schiene, soziale Versorgung in den Bereichen Medizin und Altersversorgung, Bildungs- und Kultureinrichtungen, zum anderen auch ein raumwirksames Angebot an Wohnraum für alle soziale Schichten, herausragende Freizeitangebote für Jung und Alt und eine hohe Lebensqualität ein. 

Zentralität entsteht nicht durch Verleihung eines Titels, sondern muss stetig entwickelt werden. Gerade in der Schnelligkeit der heutigen Zeit liegen dabei große Chancen, allerdings auch Risiken. Wer beispielsweise sich den Herausforderungen der Digitalisierung in der nötigen Geschwindigkeit und erforderlichen Qualität nicht stellt, riskiert in beinahe allen Bereichen diesen Anspruch. 

Ich bin der Überzeugung, dass wir unseren lieb gewonnenen Lebensstandard in Dinkelsbühl nur halten und ggf. fortentwickeln können, wenn wir uns in der Zukunft unseren Nachbargemeinden, auch in einem größeren Umgriff, und darüber hinaus gerade als Tourismusmagnet deutschland- und weltweit als „Mittelpunkt“ anbieten. Dies wird uns nur gelingen, wenn Dinkelsbühl auch in den Folgejahren eine dynamische Entwicklung verfolgt. 

Mit einem Nein zu einer positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes durch Betriebsneuansiedlungen bzw. -erweiterungen, einem Nein zu einem auszubauenden Angebot von Wohnraum (ob durch Ausweisung von neuen Baugebieten oder Nachverdichtung), einem Nein zu Umgehungsstraßen zur verkehrlichen Entlastung unserer Bevölkerung, einem Nein zu Umgestaltung von Plätzen in der Altstadt zu Begegnungsplätzen von Menschen, einem Nein zu einem Umdenken bezüglich der Verkehrs- und Parkplatzsituation in der Altstadt oder einem Nein zu Erweiterungen und Fortentwicklung unserer Sozial- und Medizineinrichtungen werden wir dies schwerlich schaffen. 

Wenn manche Kollegen im Stadtrat glauben, man könne sich nun mal ausruhen, so wird das sträfliche Auswirkungen haben. Unser Landrat Dr. Ludwig betont immer wieder, „…die größten Fehler werden in guten Zeiten gemacht…“.

Natürlich ist es Aufgabe der Stadt, Regeln vorzugeben. Natürlich müssen wir die Besonderheiten von Dinkelsbühl, wie z.B. unsere beinahe unvergleichbare Altstadt, bewahren. Allerdings dürfen wir nie vergessen, dass wirtschaftlicher Erfolg und damit auch die erfolgreiche Entwicklung der Stadt Dinkelsbühl insbesondere dem großen Engagement unserer Unternehmer zuzurechnen ist. Diese brauchen neben Handlungsfreiheiten verlässliche Rahmenbedingungen und Unterstützung durch die öffentliche Hand und nicht stetig zunehmende Reglementierung oder gar Gängelung.

Mit dem Ausbau unserer sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen auf einen nie gekannten Stand (über 4500), den Steigerungen der Übernachtungszahlen (wir werden dieses Jahr die 200000 Marke knacken -  mehr als eine Verdoppelung in den letzten zehn Jahren), Gewerbesteuereinnahmen über zehn Millionen Euro (fast dreimal so viel wie vor 15 Jahren), Theaterzahlen weit über 35000 Besucher u.s. einer Einwohnerzahl von deutlich über 12000 (noch nie lebten mehr Menschen in unserer Stadt) usw. viel erreicht. Ein Mittelzentrum allerdings, welches u.a. den Anspruch hat, ein Krankenhaus auf seinem Stadtgebiet zu haben, braucht auch in Zukunft Dynamik und Offenheit. Dafür stehe ich und auch die CSU Dinkelsbühl.