Dinkelsbühl braucht dringend einen Bahnanschluss

Dinkelsbühl ist wohl die einzige Große Kreisstadt im süddeutschen Raum, welche keinen Bahnanschluss hat.

„Es gab Zeiten, da konnte man mit der Bahn am Nachmittag nach München fahren, dort am Abend ins Theater gehen und war um Mitternacht wieder zurück am Bahnhof in Dinkelsbühl. Da war die Zeit noch in Ordnung“, so unser ehemaliger MdB Josef Göppel. 

Bereits einige Jahre nach Einstellung des Schienenpersonennahverkehrs erkannte man in Dinkelsbühl, dass die Umstellung auf den Bus eine Fehlentscheidung war. Seit über 30 Jahren wird von der CSU-Dinkelsbühl die Wiedereinführung gefordert. Damals hatte MdL Herrmann noch dunkles Haar und Schnauzer.

Vor sieben Jahren verkündete die damalige Staatssekretärin MdL Hessel (FDP), dass wegen einer Fahrgastprognose von über 1000 befördernden Personen pro Tag die Strecke von Dombühl bis nach Dinkelsbühl wieder in Betrieb gehen könne. Voraussetzung wäre, dass sich ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen finde, welches die Strecke baulich herrichten würde (z.B. Gleisertüchtigung, Beschrankung der querenden Straßen, Bahnsteigerneuerung und Barrierefreiheit, Fahrkartenautomaten an den Haltepunkten). Diese Investitionen müssten vorfinanziert werden und könnten später, wenn die Bahnverkehr tatsächlich aufgenommen wäre, über Zahlungen des Freistaates Bayern pro gefahrenen Kilometer refinanziert werden. Geplant ist ein Stundentakt von 6.00 Uhr is 22.00 Uhr. Die Fahrtzeit von Dinkelsbühl, über Dombühl bis nach Nürnberg betrüge ca. 1.15 Stunde. 

1. Was wurde bislang erreicht?

-Es wurde vor ca. sechs Jahren eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Landrates Dr. Ludwig u.a. mit Oberbürgermeister Dr. Hammer, begleitet von dem zuständigen Ministerium und Fachbehörden, gegründet, welche sich über zehnmal zusammengefunden hat. 

-Die Kosten für den Bauaufwand wurden mittels einer Studie mit 22 Millionen ermittelt.

- Planungen hinsichtlich der Anbindung des Gleises an das S-Bahnnetz in Dombühl  wurden aufgenommen.

-Der Landkreis hat einen neuen und erweiterten Zubringerverkehr mittels Bus an die Haltepunkte wie Feuchtwangen, Schopfloch und Dinkelsbühl erarbeitet.

-Nach langen Verhandlungen und neuen Potentialerhebungen wurde eine Verlängerung des Verkehrs nach Wilburgstetten genehmigt.

-Der Freistaat Bayern hat sich bereit erklärt, den neuen Zugverkehr nicht wie üblich für 12 sondern für 15 Jahre zu bestellen.

-Es wurde die Mittelfränkische Eisenbahngesellschaft gegründet, welche die Strecke bedienen will.

-Der Vorstand der CSU Mittelfranken hat mit einstimmigen Beschluss im Dezember 2018 gefordert, die Verbindung bis nach Nördlingen zu ermöglichen.

-Der Zweckverband Romantische Schiene (Eigentümer des Abschnittes von Wilburgstetten bis Nördlingen) hat beschlossen (Vorsitzender war OB Dr. Hammer), den Abschnitt für einen Euro zur Verfügung zu stellen.

2. Wo hackt es noch?

-Da sich die Strecke in einem sehr schlechten Zustand befindet (Sanierungsaufwand von ca. 22 Millionen), ist eine Vorfinanzierung durch Banken schwierig. Eine Ausfallbürgschaft durch den Freistaat Bayern könnte die Lösung sein.

-Die Deutsche Bahn Netz fordert für die Übereignung des Abschnittes von Dombühl bis nach Wilburgstetten mindestens 1.2 Millionen Euro, obwohl die Strecke ohne Betrieb (die Bahn lehnt einen solchen für sich ab) wertlos ist. Verkehrsminister Scheuer wurde um einen „Erlass“ gebeten.

-Die Angelegenheit müsste zur Chefsache des nunmehr zuständigen Bauministers Reichhart erklärt werden.

Fazit

Nur dem unermüdlichem Ringen von Landrat Ludwig und OB Hammer ist es zu verdanken, dass eine Reaktivierung der Schienenstrecke möglich ist. 

 -Die Schiene ist das Rückgrat des Öffentlichen Personennahverkehrs. 

-Nur sie ermöglicht einen mit den Metropolen gleichwertigen öffentlichen Verkehr. 

-Nur mit einem Umdenken hinsichtlich „…vom Individualverkehr zum öffentlichen Verkehr…“ (soweit machbar) ist der Klimawandel zu händeln.

-Für unseren Tourismus in Dinkelsbühl (er ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und entwickelt sich prächtig) wäre eine Schienenanbindung ein Quantensprung.

-Schienenhaltepunkte bilden Zentralität und sind damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

-Ohne den Güterverkehr auf einem intakten Gleiskörper sind unsere Unternehmen benachteiligt. Z.B. sind die Betriebe Rettenmeier in Wilburgstetten und BayWa im Raum Feuchtwangen-Dinkelsbühl auf den Schienengüterverkehr angewiesen. Rettenmeier beabsichtigt mit 60 Millionen Euro den Betrieb zum modernsten Sägewerk in Mitteleuropa ausbauen; ohne Schiene nicht!

-Schiene ermöglicht ein sicheres und bequemes Fahren in die Ballungsräume (zu Arbeitsplätzen).

-Schiene ist wichtig für die Mobilität, insbesondere von jungen und älteren Menschen.

Wir fordern die Reaktivierung der Schienenstrecke von Dombühl über Dinkelsbühl nach Nördlingen.